Papiertiger EP-Release + Konzerttermine

Während sich über dem Ruhrgebiet ein trübes Süppchen zusammenbraut, wächst in mir die Sehnsucht nach guter Laune auf den Trommelfellen. Schrecklich diese wüsten Regenschauer, deren melancholisches Geprassel sich neuerdings zu lautem Hagelgepolter auf dem Dachschrägenfenster wandelt. Da kommen Papiertiger aus München mit ihrem gleichnamigen EP-Debüt grade richtig, um die Stimmung anzuheben und dem deutschsprachigen Pop-Punk aus der Patsche zu helfen. Moment mal, München. MÜNCHEN, d-der Ort, an dem die Zeit stehen geblieben ist? Wo selbst in verruchten Stadtteilen nicht mehr zu fürchten ist, als auf Prosecco-Schaum-Apokalypsen und altehrwürdiges Maßkrug-Geschlucke unter dem Holzkreuz zu stoßen und da bin ich mir ganz sicher, sich die Menschen noch mit gut gestopften Pistolen duellieren? Nicht mit Papiertiger, denn aus den Speakern kommen keine steifen Klänge, die zum volkstümlichen Schunkeln einladen, sondern warme Melodien, welche die richtige Atmosphäre zum ausgelassenen Tanzen vor der Bühne schaffen. Mit einem einfühlsamen Sound und den passenden emotionalen Texten sind Papiertiger die brandneue Adresse für Fans von Dashboard Confessional, Man Overboard und Blink-182. Das Erscheinungsdatum der EP und des Videos zur Single „Ich schmelze“ ist mit dem 11.10.2019 vorgemerkt. Wer Attila (Gesang, Gitarre), Bruno (Gitarre), Julius (Schlagzeug), Moritz (Bass, Gesang) danach live erleben will, hat zur Feier des Releases folgende Konzerttermine zur Auswahl:

  • 24.10.2019; Sunny Red, München
  • 31.10.2019; Maze, Berlin

Doom 3: Hauen und Stechen und wieder Hauen

Esc. Durchatmen. F*CK. Diese feigen #@!?%!. Wer soll denn da die Nerven behalten? Es ist stockdunkel und ständig springt eine dieser Kreaturen aus den Schatten hervor. Verdammte Höllenportale. Verfluchte Vieraugen. Diese UAC-Streber mussten ihr Zeltlager, ja, unbedingt auf dem Mars aufschlagen, um ihre komplizierten Teleportationsspielzeuge zu testen. Warum nicht auf einer schönen Insel, die von so einem Typen mit Napoleon-Komplex diktiert wird? Jetzt haben sie den Salat und liegen hier überall abgeschlachtet rum. Oder schlurfen untot auf mich zu. Und ich darf das alles ausbaden. Hoffentlich lassen sich die Kameraden von der Flotte Zeit. Ich habe sie persönlich alarmiert, nur um zu erfahren, dass dieser durchgeknallte Obernerd Betruger ihre Raumschiffe dazu missbrauchen will, seine Satansbrut auf die Erde zu schleusen. Wie war noch mal der Sicherheitscode? Habe ich grade überhaupt das PDA eingesammelt? Verdammt. NEIN. Noch mal zurück ins Labor. Okay. LOS. Nicht anhalten, schnelle Bewegungen ausführen, wachsam bleiben. Effiziens ist das A und O des Doom Slayers und das soll was heißen, denn ich schleppe mehr Zubehör mit mir rum, als eine Barbie auf Weltreise. Kettensäge, Plasmawaffe, BFG, Pistole, Schrotflinte, Taschenlampe, Granaten – mir graut es vor jedem Kampf. Manchmal ziehe ich die falsche Waffe, dann ist die Munition leer. Immer dieses Chaos. VERDAMMT! Moment. Flüstern. Da vorne tut sich was. Ein flammendes Portal. Ein weiteres Exemplar erscheint im Gang rechts von mir. IMPS. Diese nervtötenden Kreaturen, mannshoch, aber auf allen vieren besonders wendig. Ein paar Ladungen Schrot und sie werden sich wünschen, nie aus ihren Löchern gekrochen zu sein. PUGH! PUGH PUGH! Drei Salben senken sich in das Fleisch des ersten Imps und er zerfällt zu glühendem Staub. Jetzt ist der Zweite dran. PUGH! Er weicht aus. Verdammt. Jetzt stürzt er sich auf mich. Ich hasse es, wenn sie mir so auf die Pelle rücken. Seine Pranken verpassen mir wuchtige Treffer, bis ich ihn von mir wegstoßen kann und sein Ende durch meine letzte Patrone besiegele. Das kann noch nicht alles gewesen sein. Vor mir öffnet sich krächzend eine Zwischentür. Dahinter blutverschmierte Wände und ein unheilvolles Dröhnen. Sonst gibt es nichts zu sehen, doch da kommt etwas näher. Ein kratzendes Geräusch, das die Atmosphäre aufreißt. Kleine tippelnde Schritte, die über den metallischen Boden huschen. TICKS. Viele von ihnen. Arachnoide Kreaturen mit sechs Beinen und winzigen menschlichen Gesichtern. Für sich allein Kanonenfutter, doch im Rudel gefährlich. Ich bin in Geberlaune und ziehe die Chain-Gun. Mist. Auch sie ist nicht geladen. Während ich Versuche das Magazin in die Waffe zu drücken, hüpfen mir die ersten Teufelsspinnen ins Gesicht. „Grapscht mich nicht an!“, zischt unter meinem Helm hervor. Für den Augenblick bin ich außer Gefecht, da die wuchtige Knarre noch nicht einsatzbereit ist. Jetzt ist es soweit. Die Ladung rastet ein und ein Tick nach dem anderen verbrennt kreischend im lauten Kugelsturm. Bevor ich aus Ärger über die unnötig eingebüßte Gesundheit fluchen kann, bekomme ich wieder Gesellschaft. Lost Souls tauchen in Gestalt von fliegenden Fratzen mit Raketenantrieb auf. „Jagt mich doch.“, denke ich mir. Warum musste ich unbedingt den Messenger vergessen? Verdammt! Meine Flucht gelingt nicht. Eins dieser Teile trifft mich im Nacken und zwingt mich dazu stehen zu bleiben und meine Plasma-Gun zu ziehen. Als die übrigen zwei zum Sturzflug ansetzen, bemerke ich genervt, dass sich die Gruppe der Verfolger vergrößert hat. Cacodemons haben sich dazu gesellt, die in der Luft aussehen, wie mutierte Fleischbällchen und eine gelbliche Energiemasse auf mich würgen. Nun fehlt nur noch eine Handvoll Cherubs, um das Gedränge auf dem Screen perfekt abzurunden.

„What are you doing here? You’re gonna attract attention and then they’ll come.“ – J. Katayama, UAC-Wartungsarbeiter

Langsam glaube ich, dass der Tanzkurs an der Uni eine ernstzunehmende Alternative zu diesem morbiden Trip ins Weltall gewesen wäre, denn Doom 3 ist eine radikale Wutprobe. Die angespannte Atmosphäre sorgt für ordentlich Herzklopfen, doch der Overload an stoischen Jump-Scares, deren Niveau sich zwischen kreativen Einfällen und Geisterbahn-Trash einpendelt, ist nahezu frustrierend. ICH HABS KAPIERT! HIER WIRD MIR KEIN METER GESCHENKT! Ja, Konfrontation hat Priorität auf der Tagesordnung. Wie beim American Football, gibt es im Kampf nur den Vorwärtsgang. Anstatt die Gefechte auf dem zur Verfügung stehenden Raum auszutragen, knallen einem die außerirdischen Ungetüme, eins nach dem anderen, direkt vor den Bug. Abwechslung kommt bei wenigen Typen auf. Die Horrorstimmung, welche durch üppige Lichteffekte und schauderhafte Sounds inszeniert wird, zündet amtlich. Das Game setzt mich jedoch aus einem anderen Grund unter Hochspannung, weil ich weiß, dass die nächste Auseinandersetzung mit dem Feind zum kotzen brutal sein wird. Ein Draufgehaue, Geballere, Geschimpfe. Wer Doom 3 zockt, darf sich nicht auf ein kampfkünstlerisches Ballett einstellen. Für jedes Erfolgserlebnis gibt es einen Schlag in die Magengrube. Kein überhebliches Getue bleibt ungesühnt, kein Fehler ohne Folgen. Schön spielen ist was für den Profifußball. Hier gibt es nur Hauen und Stechen und wieder Hauen, ohne Ästhetik oder Tapetenwechsel. Das Ganze zieht sich, zudem durch eine Spieldauer, die gerne kürzer und dafür knackiger hätte ausfallen können. Allerdings verlangt mir dieser digitale Masochismus, sogar in kleinen Dosen, einen unersetzlichen Teil meiner Gemütsruhe ab. Digitales Gemetzel war schon einmal virtuoser. Vielleicht ist das, aber gerade die Wahrheit, mit der uns Doom 3 konfrontieren will, dass Gewalt immer hässlich ist und sich genauso spielen lassen sollte. Wer im Alltag zu wenig oder zu viel aneckt, tritt solange in meine Fußstapfen und erfreut sich an ruppigen Schockszenen plus einer Menge Gore und gewohntem Doom-Geraufe. Alle anderen folgen mir ins Stardew Valley, denn die Welt ist schlimm genug – lasst uns einfach miteinander auskommen.

Harm Done – Abuse / Abused, LP-Review: auf der falschen Seite

Morgens aufzustehen ist ein Glücksspiel. Wer weiß schon, welche Karten der Tag für einen bereithält. Ein gutes Blatt sorgt für gute Laune, eine grüne Welle auf dem Arbeitsweg und einen vernünftig schmeckenden Kaffee im Büro. Schlechte Karten lassen einen all diese Dinge erst einmal verschlafen. Sei es, wie es will, irgendwann endet ohnehin jede Gewinnsträhne, sogar mit Harm Done´s 2015er LP Abuse / Abused im Ohr. Eines ist jedoch sicher, sind die 17 Pi mal Daumen einminütigen Songs durch die Gehörgänge gebrettert, kann die ungewisse Zukunft kommen, denn die injizieren genug Power(violence), um jeder Herausforderung zu trotzen und dem Rest der Woche schon einmal provisorisch den Mittelfinger zu zeigen. Der Begriff Train-Song, der im eigentlichen Sinne musikalische Liebesbekundungen an klassische Zugmodelle beschreibt, passt auf den Sound der Franzosen, wie Arsch auf Eimer. Während Sänger Alexxx, wie ein tollwütiger Drill-Sergeant brüllt, bis das Mic die weiße Fahne hisst, rast darunter ein Blast-ICE auf Konfrontationskurs, die Strecke Dortmund-Magdeburg in unter 5 Sekunden. Dazwischen begraben verzerrte Gitarrenwände jeden Zweifel an eine Atempause. Wo das Tempo kurzzeitig gedrosselt wird, verkünden breite Sludge-Riffs, dass das hier keine Klassenfahrt ist, sondern ein angepisster Express, der wie eine Faust aufs Auge kracht. Lyrisch geht es um Desillusion, Depression, Einsamkeit, soziale Missstände und spezielle Thematiken, wie die Entfremdung von der eigenen Familie („Two Worlds“), die Unterdrückung des weiblichen Geschlechts („XY Domination“) und rassistische Leitmotive der Polizei bei Festnahmen („Blunder“). Der Titelsong fasst die Grundstimmung des Albums derweil in wenigen Worten zusammen und porträtiert die Gesellschaft als eine Hierarchie des Missbrauchs, in der sich jedes Mitglied schuldig macht.

„Take advantage, now you’re just like the rest Where is the line drawn? Sick of being on the wrong side I’ve been abused I will abuse“ – Abuse / Abused

Prädikat zur LP: Laut, schnell, Hardcore für Langschläfer.

Caged Existence – The Burden of Purpose, EP-Review: alles andere ist wertlos

In der alternativen Musikszene herrscht ein Stau. Unmengen an Bands sind unterwegs, in abgewrackten Kleinbussen stecken sie auf dem Highway fest und blicken in Richtung bespielbarer Locations der nächstgelegenen Kleinstadt. Diese mietbaren Vans sind tickende Zeitbomben, doch Schuld am schlechten Verkehr, ist der fehlende Durchblick. Jede der Formationen ist heiß darauf, Crowds in stickigen Kellerräumen zu motivieren ihre geballten Fäuste in die Luft zu strecken, sich selbst Luft zu machen, denn sie alle teilen eine Sehnsucht, die Antwort auf die Frage, was eine Band einzigartig und erlebenswert macht. So gut, dass lange Fahrten und Autopannen auch für Fans und diejenigen bei denen noch Überzeugungsarbeit zu leisten ist, faire Konditionen für das kommende Aufeinandertreffen bleiben. Mit ihrer neuen EP The Burden of Purpose (Juni 2019) haben die Australier Caged Existence ein ordentliches Pfund geliefert, dass einen lyrischen Finger in die Wunde dieses für alternative Musiker existenziellen Dilemmas legt.

Nach einer ordentlichen EP (The Body Prison) und einem Single-Ausrufezeichen (The Body Prison: Cantos) handelt es sich bei The Burden of Purpose um eine moderate Auswahl an 3 Songs, die in ihrer Intensität keine Wünsche offenlassen. Die musikalische Grundlage besteht noch immer aus knallhartem 90´s Metalcore und dissonant quietschenden Gitarren, doch Caged Existence haben sich verändert, sind gereift und bringen dieses Mal mehr auf den Tisch als vorbildlich umgesetzte Genre-Mechaniken. Breakdown-Muster in Doppel-Bass-Teppichen treffen durch den Einsatz melodischer Riffs auf einen neuen Mitspieler. Der Titel „Liar´s Tongue“ gibt einen Vorgeschmack auf das neue Update. Das Gitarren-Strumming ist stilistisch eine Dekade weiter gerückt und erinnert an das frühe Rohmaterial von großen Namen, wie Parkway Drive und August Burns Red. Sicher ist jedoch, dass die Crew aus Melbourne ihre Hardcore-Wurzeln nicht zum Wohle einer Generalüberholung ausgerissen hat. Einen großen Anteil daran hat das herrlich schmerzhafte Bellen der Sängerin Steffanie Adele, welches zeitweise vom Gekeife des Drummers Jake Zammit Rückendeckung erhält. Wo Song Nummer Zwei „Buried Beneath“ mit bleischweren Melodic-Death-Metal-Riffs überrascht, überzeugt „Burden of Purpose“ mit feinen sonoren Vibes, welche der pöbelnden Rhythmus-Sektion gekonnt die nötige Menge an Unnachgiebigkeit nehmen. Die obligatorische Wut und Verzweiflung, welche einem diese Art der Musik abverlangt, spiegeln sich wunderbar in den düsteren, wie poetischen Lyrics wider und münden in einer treffsicheren letzten Zeile:

„The Burden of Purpose, all else is worthless.“ – Burden of Purpose

Künstler, die ihren eigenen Stil suchen und in der Mainstream-Grabbelkiste wühlen, haben wenig zu gewinnen und alles zu verlieren. Caged Existence hingegen haben auf ihrer neuen EP die Essenz ihres Sounds erkannt, das was wirklich Sinn macht, die Crowd in Bewegung versetzt und die Frage beantwortet, was eine Band erlebenswert macht: Ehrlichkeit und Hingabe, alles andere ist wertlos.

Prädikat zur EP: Das nächste große Ding nach Knocked Loose und Vein.

ObsCure, Videospiel-Review: Da habt ihr, Fridays for Future!

An der Leafmore-Highschool treibt ein Serientäter sein Unwesen. Schüler verschwinden spurlos und lassen nichts als Fragen zurück. Was ist ihnen zugestoßen? Wer ist für die Taten verantwortlich? Direktor Herbert Friedman entscheidet, bewegt durch den Druck der betroffenen Eltern und örtlichen Polizeikräfte, die Einrichtung zu schließen, um dem Entführer keine neuen Opfer zugänglich zu machen. Danach beruhigt sich die Lage. Die Vorfälle geraten in Vergessenheit. Ein paar Jahre später gelten die Räumlichkeiten der Schule nicht länger als Gefahrenzone und werden wieder für den Bildungsbetrieb freigegeben. Ein folgenschwerer Fehler, wie eine kleine Gruppe von Schülern schon bald herausfinden soll.

Nachdem Kenny Matthews seine Freundin Ashley bei einem Date versetzt und am darauffolgenden Tag nicht in der Schule erscheint, beginnen sich seine Freunde zu sorgen. Josh Carter ist einer von ihnen und wittert durch seine Leidenschaft für den Journalismus eine heiße Story. Aufgrund dessen entschließen Ashley, Kenny’s Schwester Shannon und er sich dazu, sich nach Schulschluss im Gebäude zu verstecken und am Abend die Suche nach Hinweisen für seinen Verbleib zu beginnen. Schlagartig wird ihnen klar, dass sie nicht allein sind. Während sie sich ihren Weg durch die düstere Einrichtung bahnen und auf mysteriöse Informationen stoßen, werden sie von schauderhaften Pflanzenwesen angegriffen, welche aus der Dunkelheit sprießen. Die Suche nach Kenny entwickelt sich zu einem Alptraum und es tun sich weitere Fragen auf: Woher kommen die mutierten Monster und wie sind sie aufzuhalten? Ist Kenny noch am Leben? Und könnte ein vertrauter Lehrer hinter den schrecklichen Vorkommnissen stecken?

Können Pflanzen Horror?

In ObsCure ziehen Schüler gegen eine lebensfeindliche Umwelt in den Kampf. Der erste Titel des französischen Entwicklerstudios Hydravision Entertainment (heute Mighty Rocket Studio), ging bereits ab Mitte 2004 über europäische Ladentheken. PC-Spieler und Konsolenfans (Playstation 2, Xbox) konnten sich über einen frischen Survival-Horrortitel freuen, der sich an Klassikern des Genres, wie den Resident-Evil- und Silent-Hill-Reihen orientierte.

In der Third-Person-Perspektive und notdürftig bewaffnet, startet die Detektivarbeit, um das Geheimnis der Leafmore-High für jeden, der sich traut. Während sich der Spieler, losgelöst von der Gruppe, im Zweier-Team durch die unterschiedlichen Flügel rätselt, Schlüssel, Dokumente und zum Speichern des Spieles notwendige Discs einsammelt, trifft er auf Gegner unterschiedlicher Größenordnung. Käferähnliche Kreaturen, zombifizierte (oder besser kompostierte?) Gestalten, an der Decke lauernde Schlingpflanzen und gewaltige Frankenstein-Zöglinge fordern eine taktische Vorgehensweise. Wie von Genre-Klassikern bekannt, ist es essenziell, sparsam mit Munition und Medi-Packs umzugehen. Hinzu kommt, dass kein Kommilitone vor dem Tod sicher ist und durch ein Ableben unwiderruflich aus dem Spiel ausscheidet. Um dies zu verhindern, ist es ratsam, die Ausrüstung sinnvoll auf sich selbst und den Partner aufzuteilen. Thematisch von Robert Rodriguez´s Teenie-Horror-Streifen The Faculty inspiriert, hat das Game einen hohen Trash-Faktor, der sich unter anderem durch die halbstarken Figuren und ihre Persönlichkeiten ausdrückt. Jeder Charakter ist auf seine Art und Weise unentbehrlich. Jungreporter Josh gibt per Knopfdruck einen Hinweis darauf, ob noch etwas im jeweiligen Raum zu erledigen ist. Die toughe Cheerleaderin Ashley verursacht mehr Waffenschaden und Hobby-Chaot Stan erkennt Schlösser in der Nähe, die geknackt werden können. Das Spiel ist jedoch durchaus darauf ausgelegt, nicht vollzählig abgeschlossen zu werden und gewinnt durch dieses Konzept eine gewisse Dramatik. Wer hätte gedacht, dass sich Pflanzen und Zombies einmal so gut vertragen haben, bevor Plants vs. Zombies kam und eine perfekte Symbiose zu nichte machte.

Obwohl ObsCure sichtbar gealtert ist, hat es noch immer einen nicht zu leugnenden Charme. Das liegt vor allem am kitschigen Plot, in dem unbeholfene Highschool-Schüler in ihrer gruseligen Schule aufgeputschte Flora vernichten und ihre erlittenen Verletzungen in alter Popeye-Manier durch das Trinken von Energydrinks heilen. Weitere Elemente, wie das kombinieren von Pistolen und Taschenlampen mit Klebeband, die cineastische Implementierung der Geschichte und das gut vermittelte Zusammengehörigkeitsgefühl mit den zur Verfügung stehenden Mitstreitern, lassen über die simplen Mechaniken des Spieles hinwegblicken. Wer sich beim Erkunden Zeit lässt, ist in 4 bis 5 Stunden durch. Das ist kurz, aber passend, denn unterm Strich bleibt ObsCure ein Querschnitt der traditionellen Riten des Genres. Ein blattgrünes Survival-Horror-Game mit B-Movie-Anspruch, welches sympathisch auf die gegebenen Eigenheiten baut. Da habt ihr eure liebe Umwelt, Fridays For Future!

„7/10“ – Poison Ivy

„Ich bin Groot“ – Groot

„Unglaublich, das Spiel des Jahres 2004“ – Al Gore

Prädikat zum Spiel: Kurzweilige, doch unterhaltsame Horrorstory bei der Teamwork gefragt ist. #ökozombielivesmatter

Studio: Hydravision Entertainment
Publisher: Microïds, DreamCatcher Interactive
Erstveröffentlichung: October 1, 2004
Plattform: Windows, Xbox, PS2
Genre: Survival-Horror
Spielmodus: Einzelspieler

Testgerät: PC

‚for ages‘ album talk: an interview with James Stutely of Carb On Carb

New Zealand duo Carb On Carb provide you with dreamy punk music of the finest qualities. The sensitive autobiographical lyrics of frontwoman Nicole are one of them. If you´re currently caught up in a modern day existential crisis, their latest album for ages (May 4, 2018) is a record that will ease your mind. Today I have the pleasure of having a track by track chat with one of the original creators, drummer James Stutely, about what for ages means to them.

Hi James, thanks for taking time to talk about your album. You just came back from a japan tour at the end of may. How are you doing right now?

We’re good! It’s been really busy with our day jobs since we got back, especially Nicole with running Girls Rock Camp in New Zealand.

#1 Fake Meat/Real Friends

The album kicks off under the stars. „Fake Meat/Real Friends“ seems to be based on one of those moments that tells you „life is crazy, but we got this“.

Yeah its about those moments of intense clarity and openness with your close friends.

#2 It´s been a rough year

I definitely thought about jumping on my bed to this song more than once. What a wonderful rebellious line: „They´re getting old, surpass them all“. „It´s been a rough year“ is like that anti-parents song.

Haha – not anti-parents as such, more like sometimes you shouldn’t listen to what your parents and society say, go ahead and forge your own way.

#3 Home Again 2

This song tells of the conflict between a life on the road and to finally settle down. It doesn´t feel like a struggle, tough. More like accepting that their is this challenge to find the right balance for yourself.

Yeah, its about finding balance, stability and home when your lifestyle is quite tumultuous and temporary. Working out how to keep doing what you love without burning yourself out.

#4 Man Says

Love the LP reference. Was it a challenge to become rock musicians for you or is „Man Says“ rather about the progress to find out who you are, when you are young?

Its about both of those things, and also looking back to see how you defined yourself in the past and using that to appreciate what you have in the present.

#5 Nicole´s Express

I think that creative people tend to stress themselves the most and best. What do you guys do to calm yourselfs down?

Watch movies, go hiking, try not to take too much on but we always do haha.

#6 Ma

Sometimes it can be really hard to give back as you were given to the ones that love us. What do you want to let us know about this song?

The lyrics are all true, about Nicole’s two grandmas, and the message is: appreciate your grandparents while you have them!

#7 Overcompensate

What does it mean to you to get older? Especially acknowledging that your youth kind of slips away over time?

I guess our perspective in a nutshell is the chorus: “getting older, getting wise is being happy as your body slowly dies”

#8 Annual Leave

What does work mean to you guys regarding your personal experiences and philosophies?

People often give work primary priority in life regardless of what the work is. We prefer to give friends and family that priority, but it means we don’t have much money haha.

#9 Extended Family

A family isn´t always about beeing of the same blood. Do you have a big extended family and how does it affect your life?

I don’t have a large extended family, but Nicole does, including a bunch of people who aren’t related by blood. She has a lot of big family events to go to and has been to 10x as many weddings as I have.

#10 Mitmiti

„We don´t go away to get away“ is a line of this song. Why do you go away?

To go on tour! Its basically saying we go on touring cos we love touring, not to escape NZ.

Please feel free to take this moment to let people know anything you would like to get out to them right now.

Thanks for listening to our music from the other side of the world, we hope to make it to Europe some day!

Thank you so much for the interview and your answers. Cheers to Carb On Carb and all the best for the future!

XIII, Videospiel-Review: Remake-News und Rückblick

Remake-News

XIII ist zurück. Ubisoft’s kultiger Stealth-Shooter im Comic-Look wird vom französischen Publisher Microïds neu aufgelegt. Entwickler sind PlayMagic aus Malta, die das Remake auf alle Konsolen der aktuellen Generation (PS4, Xbox One, Nintendo Switch) und den PC polen werden. Nach 16 Jahren dürfen sich Fans von damals auf mehr als nur das Althergebrachte freuen. Das Release-Datum stand mit dem 13. November 2019 eigentlich schon fest, doch wurde folgend, nicht genauer beziffert, auf das nächste Jahr verschoben.

Rückblick

Seien wir mal ehrlich, ohne einen Knopf im Ohr, wäre James Bond im Smoking nur ein sehr attraktiver Kellner, der mit Karate-Moves Martinis serviert. Ein erfolgreicher Agent braucht bei jedem Auftrag eine verlässliche Rückendeckung, die im Hintergrund die Übersicht behält. Steve Rowland kennt das Problem. Eines Tages wacht er verwundet am Strand auf. Eine Rettungsschwimmerin findet ihn, aber er erinnert sich an nichts. Wie es sich nach einer durchzechten Nacht gehört, trägt er nur noch einen unbekannten Schlüssel bei sich und ist plötzlich tätowiert. Als dann ein paar bewaffnete Schurken auftauchen und beide angreifen wird klar, dass sein Hangover nicht von einer ausgelassenen Sause stammt. In XIII wird der Spieler in eine amerikanische Bilderbuch-Verschwörung geworfen. Der Präsident wurde bei einem Attentat ermordet und ein Foto soll beweisen, dass Steve der Schütze war. Er wird gefasst und vorläufig festgenommen. Doch Hilfe naht. Nachdem er seinen Verfolgern und dem FBI durch eine glückliche Fügung entkommen kann, macht er sich mit seiner Retterin Jones, mit der er eine Vergangenheit zu haben scheint, auf die Suche nach der Wahrheit.

XIII wurde ursprünglich von Ubisoft Paris entwickelt und basiert auf der Grundlage des gleichnamigen franko-belgischen Comics. Die Story wurde schon damals clever umgesetzt. Selbst, wenn einem bereits alle Agenten-Klischees der Filmgeschichte bekannt waren, bekam der Spieler ein Interesse daran, den Fall um die Meuterer The XX aufzuklären. Als Steve Rowland machte es zudem eine Menge Spaß zu schleichen, Gegner auszuschalten und Informationen in Erfahrung zubringen, ohne aufzufliegen. Der treibende Soundtrack überzeugte stimmungsvoll und brachte beizeiten ein Stück weit Cowboy-Bebop-Feeling auf. Bei Spionage-Passagen standen dem Spieler hilfreiche Gadgets zur Verfügung, darunter ein Enterharken zum rasanten erklimmen von hoch gelegenen Orten und ein Dietrich für den schnellen Einstieg in bewachte Räume. Zwischensequenzen wurden als Comic-Strips präsentiert und fassten das Geschehen von Level zu Level zusammen. Doch auch im laufenden Spielbetrieb wurde das Game-Design smart genutzt, z.B. durch die Visualisierung der Geräusche herbeieilender Gegner. Schaltete man einen von ihnen mit einem gezielten Treffer aus, wurde dies ebenfalls verbildlicht. Der markante Look entstand damals mit der noch heute oft verwendeten Cel-Shading-Technik, die durch spätere Games, wie The Legend of Zelda: Wind Waker, Okami und der Borderlands-Reihe mehr Bekanntheit erreichte. Brandneu war dieser Stil jedoch nicht. Jet Set Radio und Fear Effect hatten bereits 2000 damit beeindruckt. XIII war vor allem mit Blick auf die PS2-Era ein innovatives Release. Es hatte jedoch nicht nur positive Elemente etabliert, sondern den ein oder anderen Makel mitgebracht. Einer von ihnen heißt Balance. Es war nicht immer klar, warum und wann NPCs das taten, was sie taten. Bei einem Spiel in dem es größtenteils darum ging zu erahnen, welche Laufwege und Aktionen als nächstes erwartet wurden, war das oft frustrierend. Daraus entwickelten sich gelegentlich ermüdende Trial-und-Error-Schleifen, um die Frage, welche Herangehensweise am Ende zu einem erfolgreichen Abschluss einer Map führen würde – oder warum es mal nicht funktionierte. Zudem trug die frickelige Konsolen-Steuerung nicht besonders dazu bei, sich unbemerkt von hinten anzuschleichen oder Feinden frontal mit einem Gegenstand eins überzubraten. Das Gameplay der Schusswaffen funktionierte in diesem Sinne reibungsloser.

XIII wurde Anfang der 2000er zurecht mit Lob von seinen Kritikern aufgenommen. Es hatte einen frischen Stil, skurrile Charaktere und war mit seiner peppig inszenierten Story ein tolles Spielerlebnis. Mit einem Augenzwinkern war es irgendwo zwischen den Big-Playern, wie den James-Bond-, Splinter-Cell- und Metal-Gear-Solid-Reihen einzuordnen. Auch Sly-Cooper-Fans konnten Ubisofts klassischer Alternative zum Mainstream-Ego-Shooter eine Chance geben. Wer kein allzu rundes und poliertes Gameplay erwartete, kam Undercover auf seine Kosten.

Nun ist es hoffentlich bald wieder soweit. XIII kommt aufgehübscht und zeitgemäß modelliert auf die Flatscreens und Monitore zurück und wird mit Spannung erwartet.

„Let´s Play!“: Wer spielt mit wem?

4:30 Uhr, ein verdunkeltes 1-Raum-Apartment

Mmh, schon wieder woanders? Sind wir den Verfolgern entkommen? Hier sieht man ja gar nichts. Wo ist mein Handy? Da. Taschenlampe anschalten. Huh? Mein Zimmer? Wow, was für ein merkwürdiger Traum. Jetzt wird mir einiges klar. Da hab ich mir in letzter Zeit wohl zu viele Let´s Plays gegeben. Aber wieso die negativen Vibes? Autsch. Irgendwas liegt unter mir. Mein Ethnologie-Buch. Stimmt ja. Ich sollte langsam anfangen es zu lesen. Und das ist mein Laptop. Uff, darin wartet noch ein digitaler Stack of Shame an Games. Zu viel zu tun, zu wenig Zeit. Jetzt dämmert mir wieder warum ich grade einen weiten Bogen um YouTube, Twitch und Co. machen sollte. Doch es ist nicht nur die gefressene Zeit, sondern die Unzufriedenheit, die sich in mir Breit macht, wenn ich die Worte Let´s Play lese. Schon erstaunlich, wie sich dieses Phänomen so entwickeln konnte. Schließlich wurde es vom einen auf den anderen Tag zweckentfremdet.

The story so far …

Der User Michael “slowbeef” Sawyer gilt als Erfinder und Begründer des heutigen Videospiel-Broadcasting-Hypes. Die meisten Online-Historiker beziehen sich dabei auf einen Post, welchen er 2005 im Forum der Website Something Awful tätigte. Wortwörtlich schrieb er damals „Alright, let´s go crazy LP style!“ und verlinkte ein Gameplay-Video des Spieles The Immortal, welches einen laufenden Kommentar enthielt. In einem Blogeintrag von 2013 wies er die Urheberschaft jedoch von sich und erklärte dies wie folgt:

„… the closest I can find in forums memory is that one day, on the Something Awful forums, some goon made a thread titled “Let’s Play Oregon Trail.” He invited other goons to join the wagon and five random forum members (or their namesakes) made the virtual trip across Country.“

Aus seiner Sicht war demnach jemand anderes der Erste. Ein Gamer, der im selben Forum schlichtweg nach Mitspielern für das Text-Adventure Oregon Trail suchte. So endet Slowbeef´s Erzählung auf einem hohen Ton. Der Ausruf „Let´s Play!“ sollte eine tatsächliche Aufforderung sein, mit dem Willen andere in ein Spiel einzubeziehen. Das heutige Vorstellen und Streamen von Games kann vielleicht als „Watch Me Play!“ oder „Play 4 You“ bezeichnet werden, aber es hat letztendlich nichts mit gemeinschaftlichem Zocken zu tun. Es ist halt alles nur Show, mehr eine Dienstleistung, als ein freundschaftliches Beisammensein. Für manche ein spaßiger Zeitvertreib, um sich beim Daddeln mal richtig auszuquatschen und für leider doch so viele lediglich ein lohnendes Geschäft, um Abos und Klicks. Natürlich hat dieses Format seine Berechtigung und jeder Gameplay-Schaffende ein Recht mit Vorzocken zu unterhalten. Es bleibt dennoch zu hoffen, dass sich die Szene zukünftig vom Ego-Trip vor der Kamera weg entwickelt und Community-Events wieder in den Fokus rücken. So lange sich Let´s Plays jedoch amtlich durch Spenden und Werbung finanzieren lassen, bleibt dies ein utopischer Gedanke.

Mal auf die Uhr gucken. 5:15 Uhr. Okay, ich hau mich wieder hin. Genug gegrübelt. To-do-Liste für den kommenden Tag: 1. Ethnologie-Büffeln.

zZzZzZzZzZz

Ein historischer Traum, High-School-Pop-Punk und Träume heute

Ein historischer Traum

Martin Luther King Jr. sprach vor 55 Jahren (der 28. August dieses Jahres, wäre der exakte Termin gewesen) einen der berühmtesten One-Liner der Geschichte aus. Es war der Satz, seiner gleichnamigen Rede: „I Have a Dream.“ In seiner öffentlichen Ansprache ging es natürlich nicht um einen Traum, wie ihn ein Kind träumen würde. Es ging weder, um ein fiktionales Reich der unendlichen Möglichkeiten, noch um einen Alptraum, obwohl letzterer durchaus ein diskutables Sinnbild der damaligen Verhältnisse gewesen wäre. Der ikonische Bürgerrechtler träumte von einer Veränderung der vorherrschenden, gesellschaftlichen Realität der Vereinigten Staaten von Amerika. Noch Anfang der 60er Jahre wurde die afroamerikanische Bevölkerung durch rassistische soziale, ökonomische, politische und rechtliche Standards innerhalb der vereinzelten Staaten unterdrückt. Martin Luther King Jr. hatte einen Traum, einen antizipierten und riskanten, aber gerade deshalb so aufrichtigen und echten. Er war ein Mann, der sich nicht in seinen Traum flüchtete, sondern ihn überstreifte, wie eine Rüstung und ihn für all jene, die das gleiche Leid zu beklagen hatten, vorlebte.

High-School-Pop-Punk

Als ich noch ein Teenager war, hörte ich am liebsten Pop-Punk. Die Texaner Bowling For Soup waren meine Favoriten. Sie standen für Highschool-Feeling, Ohrwurm-Riffs und den übermäßigen Konsum von Light-Beer – cool. Irgendwann gründete der Sänger der Band, dann ein eigenes Plattenlabel. Es hieß Crappy Records. Mit an Bord waren junge, unbekannte Formationen, die musikalisch in die gleiche Kerbe schlugen. Skyfox war eine von ihnen. Mein jüngeres Ich war begeistert von den leicht verdaulichen zwei bis drei Songs, die auf YouTube zu finden waren. Irgendwann kam, dann eine schwierige Metal-Phase und brachte mich auf einen anderen Pfad. Der eigentliche Grund für diesen Beitrag, ist jedoch eine Zeile aus ihrem Song Run Away, die mir bis zum heutigen Tag im Gedächtnis geblieben ist. Sie lautet: „If you wanna live your dreams, then they’re gonna have to die“.

Träume heute

Heute ist genau jetzt und der Kreis schließt sich für mich von King, über High-School-Pop-Punk, zum salonfähigen Millenial-Horror dieser Tage. Viele Menschen sind unglücklich. Ich glaube, sogar die Meisten – auch, wenn sie es nicht zeigen. Ich denke, das hängt unter anderem mit dem Stellenwert von Träumen in der gegenwärtigen Gesellschaft zusammen. Selbstinszenierung wird als Schlüssel zum Glück gepriesen. In den Medien wird suggeriert, dass jeder seine Träume ganz einfach verwirklichen kann, ja, verwirklichen muss, damit er ein lebenswertes Dasein führt. Danke für die Depressionen. Skyfox haben mir mit ihrem Text immer gesagt, dass es klug ist, seine Träume sterben zu lassen, bevor man von ihnen gefressen wird. Es geht nicht nur darum, sie in die Wirklichkeit umzusetzen. Manchmal fahren wir besser damit, wenn wir den Dingen einfach ihren Lauf lassen oder sie mit anderen Menschen teilen. Martin Luther King verkündete, dass er einen Traum habe. Er sagte jedoch nie, dass er ihn besitzen würde oder veranlasste einen Kopierschutz auf ihn. Er verkündete ihn in aller Öffentlichkeit, um alle daran teilhaben zu lassen und befreite sich von der Last, sein Gewicht alleine stemmen zu müssen. Vielleicht würde es heute vielen Menschen besser gehen, wenn Sie ihre Träume nicht so sehr auf die Goldwaage legen würden, sondern den Mut hätten, sich bei Zeiten von ihnen zu trennen. Es sind nicht alle Träume dazu geboren, für immer ein Teil von uns zu bleiben. Sie sind dann eher, wie eine unbefriedigende Beziehung, die nirgendwo hinführt. Manchmal bleiben sie einfach in unseren Herzen, wie ein guter Freund und das ist okay.

„I’ll always be your friend, no need to apologize“ (Run Away by Skyfox)