Dänemark macht die Schotten dicht: eine verdammt heiße EM, Sozialdemokratie für wilde Kerle und die neue gemütliche Härte – kommentiert von Claudia Neumann

Foulspiel! Aber nein, Herr Schiedsrichter, das war doch eben Hygge. Ach so, na, dann bitte her mit dem Videobeweis. Ganz klar! Gemütliche Härte seitens der Dänen. Das Spiel darf unter der sengenden Sonne, welche das Logo der EM 2020 ironischerweise in das korrekte Datum 2021 angeschmolzen hat, unabdingbar barmherzig fortgeführt werden. Während die vom Bundes-Jogi mental eiskaltgestellten Deutschen versuchen, mit ernster Miene die Cooling Breaks durch hinter den Ohrläppchen eingeklemmte Erfrischungsstäbchen zu überbrücken und die italienischen Spieler hilflos auf der mit hausgemachtem Stracciatella-Eis ausgekleideten Ersatzbank festkleben, verschaffen sich die Wikingernachfahren derweil einen taktischen Vorteil durch ihr handwerkliches Geschick und rudern im traditionell errichteten Knorr auf dem Sud der eigenen Mannschaftskameraden erneut Richtung Strafraum des gegnerischen Teams. Wie schön haben es da die eigenen Leute zu Hause, die einen lindernden Hauch der erfreulich frostigen Atmosphäre erhaschen dürfen, die im Rahmen des beliebten Endgettoisierungsprogrammes der einzigen farbenblinden sozialdemokratischen Regierung mit ausgeprägter Links-Rechtsschwäche der Welt ihre befremdlich fremdenfeindliche Betriebstemperatur in der Mitte der Gesellschaft gefunden hat.

Erste Eindrücke unserer Fußball-Kommentatorin Claudia Neumann, die in der Zwischenzeit von erzkonservativ westeuropäischen Alpha-Männchen über die dänische Grenze gejagt wurde: „Meine Verfolger haben die Seilbagger der SozialdemokratInnen gekapert und hetzen mich unerbittlich durch die Straßen Kopenhagens! Später dann brandheiße Informationen zur lokalen Wohlfühlpolitik der SkandinavierInnen.“

Danke Claudia! Wir kommen auf dich zurück. Wie wunderbar, dass es nun endlich auf der Hand liegt. Die schottischen Fans haben nicht etwa leck geschlagen und werden mithilfe des Serums eines Start-ups aus Dänemark von innen Bier abweisend imprägniert. Es sind die heimischen Grenzen, welche es totalitär abzuriegeln gilt und wer hätte es gedacht, verraten, das die regionalen Sozen doch farblich unterscheiden können, also wer dort hingehört und was zugereist ist. Damit stecken sie die deutschen KollegInnen der SPD locker in die Tasche, wenn es darum geht, die eigenen Werte sagen wir einmal wirtschaftsdienlich zu modernisieren. Wo zweitere dabei hängen geblieben sind, Schröders Erbschaft zu verwalten und die immer noch immer ärmer Seienden mühsam an die immerzu immer reicher Werdenden heranzuführen, hat ihr nordisches Pendant, die Genialität des Systems Best of Both Worlds erkannt. Wieso WählerInnen an die populistischen Debatten der radikalen Randbewohner des politischen Spektrums verlieren, wenn man sich die reißerischsten Streitpunkte einfach aneignen kann und die eigentlichen Inhaber gewillt sind, brav zu kooperieren. Ganz entgegen einem FDP-Motto, welches die Relevanz sehnsüchtige SPD nimmer im Angesicht der nahenden völkischen Bedeutungslosigkeit mit der Kneifzange anzutasten wagen würde. Lieber gar nicht zu regieren, als falsch zu regieren.

Die Socialdemokraterne Frederiksens hingegen merkt an: Wer richtig regieren will, der muss eskalieren. Sozialleistungen für echte Dänen, Abschiedsbriefe für Migranten und lähmende Depressionen für rechtspopulistische Maulhelden, die nicht glauben können, dass ihnen ein roter Block aus geschäftigen Sozialisten die Existenzberechtigung entzieht. Soll es ein Gregor Gysi ruhig versuchen, infrage zu stellen, was eigentlich besser war, bevor die erste Flüchtlingswelle aus Syrien die Dänen erreichte. Und wer genau mehr von was ganz spezifisch hatte. Als habe schon jemals in der Geschichte des Landes ein Däne einen anderen Dänen übers Ohr gehauen. Somit hebt sich Ministerpräsidentin Mette Frederiksen gekonnt die lästige Scham eines Horst Seehofers für die letzten Tage im Amt auf, der sich nun knapp vor der Rente wünschte, er hätte 2011 nie geäußert, sich „bis zur letzten Patrone“ gegen die Zuwanderung in deutsche Sozialsysteme wehren zu wollen. Da verkratzen keine an Austausch orientierten Protestcamps von MigrantInnen die eiserne Erfolgsgeschichte der angestrebten Bizarrokratie, zu denen sich lediglich ein paar Freaks von Linksaußen gesellen, die merkwürdige Anstalten machen die Gesprächsbereitschaft als Tugend eines wahrhaftigen gesamtgesellschaftlichen Annäherungsprozesses zu sehen. Denn weshalb Geld an eine Sache verschwenden, die man sowieso nie ernsthaft wollte. Reisende soll man nicht aufhalten und jemanden zu vertreiben ist leichter als zu begreifen, dass Integration keine Einbahnstraße ist, bei dem der eine die vollen 100 Prozent gehen soll, wie bei einem furchtbar peinlichen Kuss, der für beide Seiten eine Qual ist. Dass es molliger ist, sich abzuschotten und in Angst vor dem Nachbarn zu leben, sollen Dänemarks Kinder bald abermals lernen. Härte statt Hygge.

Eine stabile Verbindung zu unserer zeitweiligen Auslandskorrespondentin Claudia Neumann besteht jetzt wieder. Claudia, wie ergeht es dir dort drüben?

„Ich bin auf meiner Flucht in den Dreck gestürzt und zu den bisherigen Jägern sind indes dänische Bürger hinzugestoßen, die denken, ich wäre eine syrische Geflüchtete und sozialdemokratisch entschieden haben, dass ich das Land verlassen muss.“

Spitze! Mach dir keine Sorgen, Claudia. Das ist die neue Gemütlichkeit!

Quellen:

https://www.fr.de/meinung/kolumnen/em-21-claudia-neumann-stimme-fraunenfeindlich-fussball-kolumne-90806289.html

https://www.spiegel.de/ausland/fluechtlinge-aus-syrien-in-daenemark-haerte-statt-hygge-a-633f9231-a838-42f1-aa61-00202b9e4bf5

https://www.welt.de/politik/deutschland/article231577309/Abschied-aus-der-Politik-Horst-Seehofer-ueber-seine-politische-Karriere.html

FCB und Sat.1 sind sich einig: Lufen und Flick tauschen ihre Jobs

Dieser Wechsel ist fix! Sat.1-Moderatorin Marlene Lufen wird überraschend Hans-Dieter Flick in seiner Cheftrainer-Position des Fußball-Erstligisten FC Bayern München beerben. Jener wird im Austausch Lufens Platz als festes Teammitglied im Frühstücksfernsehen des beliebten deutschen Privatsenders einnehmen. Damit kommt der Rekordmeister einem potenziellen Rose-Terzic-Deal seiner Bundesliga-Kontrahenten Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach in Sachen PR gekonnt zuvor und schafft es erneut, die Aufmerksamkeit öffentlichkeitswirksam auf sich zu ziehen. Ein doppeltes Zerwürfnis war dem Sensationsgeschäft vorausgegangen. Während Flick aufgrund sozial begründeter Meinungsverschiedenheiten bezüglich des Umganges mit den Corona-Maßnahmen seitens des Vereines aus eigenen Stücken seinen Rücktritt in einem internen Schreiben angekündigt hatte, informierte Lufen ihre Fans per Instagram-Video über ihr drohendes Ausscheiden aus dem Morgenshow-Ensemble. Sie sprach von kreativen Differenzen als Auslöser für den nahenden Bruch. Dass ein Transferhammer aus dem geteilten Leid des ungleichen Paares entstehen konnte, ist alleinig dem Vorstandsvorsitzenden der FC Bayern München AG, Karl-Heinz Rummenigge, zu verdanken. Nach dem gestrigen Sieg der Klub-WM in Katar äußerte sich der ehemalige Weltklassestürmer ausführlich in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz zu der Verpflichtung Lufens, wie dem damit einhergehenden Abgang Flicks.

Das Besteste was wir hätten machen können!“

Es wäre Zeit gewesen. Das hätte Hansi selbst gespürt. So begann Rummenigge die PK in wohlwollendem Ton mit Bezug auf die baldige Ex-Personalie Flick. Für das Presse-Event hatten die Verantwortlichen sich einstimmig auf die Mannschaftskabine der Bestia Negra geeinigt. In der schmalen Runde aus fünfzig namhaften Journalisten, zu denen ebenfalls aus dem Ausland angereiste Medienvertreter zählten, waren medizinische Mund- und Nasenschutzmodelle optional. Schließlich sei man hier „Dahoam“, witzelte der Vorsitzende keck. Deutscher Meister, DFB-Pokal-Sieger, Champions-League-Sieger, doppelter Supercup-Sieger und jetzt Vereinsweltmeister, das sei alles schön und gut, doch reiche noch nicht. Erstens müsse das von nun an so weitergehen und zweitens werde der FC Bayern in Zukunft durchsetzungsfähiger auftreten. Flick würde sich nicht in der Lage sehen, diesen Weg zu 100 Prozent mitgehen zu können. Skrupel könne man sich auf diesem Niveau nicht erlauben.

Rummenigge stellte diesbezüglich Folgendes heraus: „Da harrt eine Truppe von professionellen Berufsfußballern mal eine Nacht lang einfach so auf dem Rollfeld aus, um auf die Starterlaubnis zu warten. Das sind keine Pfadfinder, die Jungs verkümmern seelisch in so einer Situation. Da muss dann halt auch mal die Bundeswehr aktiv werden dürfen, um uns schnellstmöglich auszuhelfen. Marlene hat Verständnis für so was. Ich glaube, in ein paar Jahren werden wir auf diese Situation zurückblicken und uns alle besinnen. Die Lufen bei den Bayern. Das Besteste was wir hätten machen können!“ Ehrenpräsident Uli Hoeneß bekräftigte in einem später erfolgten Radiointerview diese Ansicht und fügte hinzu: „Der Hans hat die richtige Entscheidung getroffen. Im Fernsehgarten ist er gut aufgehoben und wird dort ein stückweit den deutschen Fußball repräsentieren. Das ist eine wichtige Geschichte.“

Auf ein Heißgetränk mit Lauterbach

Der erfahrene Fußballlehrer Hans-Dieter Flick hatte sich in der Vergangenheit mehrfach kritisch über die dekadente Weltanschauung der Führungsriege des FC Bayern München geäußert. Insbesondere die fragwürdige Umsetzung der vorgeschriebenen Pandemie-Maßnahmen erregte seinen Unmut. Er freue sich nun auf seinen neuen Job und darauf, das Thema ernsthaft angehen zu können. Es hätte bereits ein Telefonat mit Karl Lauterbach gegeben. Der würde dann mal auf einen Kaffee und zum Torwandschießen vorbeikommen. Auch Lufen wäre dazu eingeladen. Diese hätte jedoch bereits abgesagt. Es wäre Apokalypse, was Flick da anprangern würde. Die Wissenschaft und die VirologInnen hätten zu viel Macht in dieser Angelegenheit der Profifußball hingegen zu wenig Mitspracherecht. Dem FC Bayern München ein Fehlverhalten zuzuschreiben wäre eine schwierige Modellrechnung. Als Cheftrainerin werde sie die Geschehnisse mit einer größeren Handlungsfreiheit aufarbeiten und die Gesamtproblematik hinreichend erörtern.