Faceless Burial – Multiversal Abattoir, EP: Höllentor Down Under

Faceless Burial Multiversal Abattoir EP hell’s gate down under

Australien hat den Ruf einer der brutalsten Orte der Welt zu sein. Dabei sind seine Bewohner so freundlich und entspannt. Es gibt dort goldene Strände, kristallklares Wasser, exotische Landschaften und in der Werbung surfen alle miteinander in Frieden. Okay, da wären dann noch die lebensfeindliche Hitze und tödliche Tiere, aber sonst heißt es von morgens bis abends „Hang Loose!“, oder? Falsch! Denn die dunkelste Seite Australiens ist nicht der Natur geschuldet, sondern der lokalen Death-Metal-Szene. Eines ihrer düsteren Gewächse hat den Namen Faceless Burial für sich beansprucht und steht seit der ersten Demo um 2015 für einen unverkennbaren und brachialen Sound der alten Schule. Die EP Multiversal Abattoir erschien Ende letzten Jahres, nach ihrem ersten Album Grotesque Miscreation (September 2017) als drittes düsteres Erzeugnis und wurde aus einer höllischen Unterwelt heraufbeschworen, welche nur den Bandmitgliedern Alex, Max und Fuj bekannt ist.

Mit „Sluiced In Celestial Sewerage“ startet Multiversal Abattoir, wie schon der Vorgänger ruhig und bedrohlich. Das abbröckeln von Gestein ist zu hören. Auf einer Gitarre wird eine Hintergrundmusik gespielt, die nichts Gutes verheißen kann. Sonst ist es still. Ein letztes Mal fallen Steine. Dann nimmt das Unheil seinen Lauf. „Theriomorphic Meconium Aspiration“ beginnt ohne Vorwarnung mit einem Riff, dass an Entombed´s Wolverine Blues erinnert. Es folgen Salven von schweren Blast-Beats, Kreischen, dass durch Streckfolter an den Sechsseitern ertönt und eines grollend, beißenden Kehlkopfgesanges, der zwar dem Death-Metal zugeordnet werden kann, doch nicht einmal von den elitärsten Black-Metal-Anhängern verschmäht werden würde. Die Tracks „Piteous Sepulchre (of Amentia)“, „Fistulated Beyond Recognition“ und „Multiversal Abattoir“ tragen die Kunde weiter und ergeben sich in einer grollenden Lawine aus Asche und Lawa, bis sie alles unter sich begraben haben, dass sich gegen die Einverleibung des knochentrocken abgemischten Sounds wehrt.

Faceless Burial´s Multiversal Abattoir zu erleben ist wie der australischen Hitze schutzlos ausgesetzt zu sein: brutal, unerbittlich und eine Qual. Alles, was eine Death-Metal-Platte transportieren sollte. Ein starkes, wenn auch kurzes Release, dass den Hunger auf ein neues Album vergrößert.


© Beitragsbild: ME SACO UN OJO, BLOOD HARVEST, bandcamp

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