Tiny Moving Parts – For the Sake of Brevity / Fish Bowl, Single: Mutter Natur ruft wieder

Tiny Moving Parts ist eine dieser Bands, die immer und immer wieder denselben Song veröffentlichen könnten, ohne damit auf die Nase zu fallen. Seit ihrem Debütalbum Waves Rise, Waves Recede… (2008) hat das Trio auf eine Mischung aus Math-Rock, Midwest-Emo und Pop-Punk gesetzt, die sich um das stets präsente Tapping von Gitarrist und Frontmann Dylan Mattheisen schmiegt. Ein perfektes Rezept, denn dieser Mix hört nie auf Spaß zu machen. Anfang des Jahres, am 16.01.2019, erschien zur Freude vieler Fans eine neue 2-Track-Single mit dem Titel For the Sake of Brevity / Fish Bowl. Darin enthalten sind die gleichnamigen Songs, die mit For the Sake of Brevity sogar ein Stück enthalten, dass TMP bereits als Opener auf ihrer 2010er EP Moving To Antartica verwendeten. Reiner Zufall ist das jedoch nicht, da ihr neuer Track „Fish Bowl“ thematisch genau dort anschließt, wo Moving To Antarctica als Gesamtkonzept aufhörte. Einerseits geht es um den Klimawandel und seine verheerenden Folgen für die Tierwelt. Andererseits gibt sich ein großes Sinnbild zu erkennen, dass eine persönliche Angst vor einer extremen Veränderung und dem richtigen Umgang mit ihr aufzeigt.

„I’ll hold you until your lungs start breaking Piece by piece we are fading away Into a new place Into a new space Where ever it may be, it’s forever you and me There are mammoths in the Atlantic But we’ll never know until we go swimming“ – Fish Bowl

Musikalisch ist so ziemlich alles beim Alten geblieben. Das funkelnde Gitarrenspiel, die akzentuierten Bass-Parts und das jazzige Drumming klingen so frisch, wie eh und je. Anders als auf ihrem Werk von 2010 kommt „For the Sake of Brevity“ allerdings in einem audio-technisch hochwertigeren Gewand daher. Dadurch geht leider ein wenig Lo-fi-Charme verloren, doch das ist verzeihbar. Denn obwohl Tiny Moving Parts mit steigendem Erfolg auf glattere Produktionen setzten, haben sie nie ihr gewisses Etwas eingebüßt. For the Sake of Brevity / Fish Bowl ist ein erfreuliches Release, um mit der kompakten Familien-Formation aus dem Mittleren Westen Amerikas warm zu werden und die Wartezeit auf eine neue LP durchzustehen. Während die Stimmung in der ersten Hälfte der Single sowohl lyrisch als auch klanglich melancholisch ist, versprüht „Fish Bowl“ Hoffnung auf ein Happy End. Damit hat sich auch am Motto der Band nichts geändert: Egal wie lange es regnet, am Ende wird alles gut.

Prädikat zur Single: Sehnsüchtiger Midwest-Emo für zwischendurch.


© Beitragsbild: Tiny Moving Parts, bandcamp