Tiny Moving Parts – For the Sake of Brevity / Fish Bowl, Single-Review: Mutter Natur ruft wieder

Tiny Moving Parts ist eine dieser Bands, die immer und immer wieder dasselbe Material veröffentlichen könnten, ohne bei ihren Fans auf Gegenwehr zu stoßen. Seit ihrem Debütalbum Waves Rise, Waves Recede… (2008) setzt das Trio auf eine widerstandsfähige Mischung aus Math-Rock, Midwest-Emo und Pop-Punk, die sich um das präsente Tapping des Gitarristen und Sängers Dylan Mattheisen schmiegt. Ein perfektes Rezept, denn dieser Mix hört nie auf Spaß zu machen. Die Single For the Sake of Brevity / Fish Bowl erschien Anfang des Jahres und enthält die gleichnamigen Songs, welche mit „For the Sake of Brevity“ ein Stück enthalten, dass TMP bereits als Opener auf ihrer 2010er EP Moving To Antartica verwendeten. Das ist kein Zufall, da ihr neuer Track „Fish Bowl“ thematisch dort anschließt, wo Moving To Antarctica als Gesamtkonzept aufhörte. Einerseits geht es um den Klimawandel und seine verheerenden Folgen für die Tierwelt. Andererseits gibt sich ein großes Sinnbild zu erkennen, dass eine persönliche Angst vor einer extremen Veränderung und dem richtigen Umgang mit ihr aufzeigt.

Where ever it may be, it’s forever you and me There are mammoths in the Atlantic But we’ll never know until we go swimming“ – Fish Bowl

Musikalisch ist alles beim Alten geblieben. Das funkelnde Gitarrenspiel, die akzentuierten Bass-Parts und das jazzige Drumming klingen frisch und uverbraucht. Anders als auf ihrem Release von 2010 kommt „For the Sake of Brevity“ in einem audio-technisch hochwertigeren Gewand daher. Dadurch geht ein wenig Lo-fi-Charme verloren, doch das ist verzeihbar, denn obwohl Tiny Moving Parts mit steigendem Erfolg auf glattere Produktionen setzten, haben sie nie ihr gewisses Etwas eingebüßt. For the Sake of Brevity / Fish Bowl ist ein erfreuliches Release, um mit der kompakten Familien-Formation aus dem Mittleren Westen Amerikas warm zu werden und die Wartezeit auf neues Material durchzustehen. Während die Stimmung in der ersten Hälfte der Single lyrisch und klanglich melancholisch ist, versprüht „Fish Bowl“ Hoffnung auf ein Happy End. Damit hat sich am mutmaßlichen Motto der Band nichts geändert: Egal wie lange es regnet, am Ende wird alles gut.

Prädikat zur Single: Sehnsüchtiger Midwest-Emo, der Lust auf mehr macht.


© Beitragsbild: Tiny Moving Parts, bandcamp

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