Klein, aber oho: 7 beachtliche Death-Metal-EPs

Unter dem Radar brodelt es. Ein mutiger Griff in die heiße Underground-Brühe tat in Wirklichkeit gar nicht weh und wurde mit ein paar exzellenten Kurzspielern aus dem Schwermetall-Lager belohnt. Hier sind sie. Sieben Death-Metal-EPs, die euch den Tag versüßen werden.

Vaelmyst – Earthly Wounds EP

In LA gibt es nicht nur arbeitslose Schauspieler und rivalisierende Straßen-Gangs, sondern obendrein echte Metalheads. Vaelmyst stehen auf Earthly Wounds für Growls aus heiserer Kehle, Mid-Tempo-Thrash-Riffs und symphonische Tonfolgen. Thematisch formiert sich mit diesen Zutaten ein skurriles Klangbild, das sowohl Horror- als auch Stage-Dive-Atmosphäre verbreitet. Melo-Death-Sympathisanten greifen zu. Alle anderen auch.

„In darkness and tongues She will speak for eons If to these words you succumb, all will be undone“

Fallujah – Nomadic

„Herr Ober, das geht nicht, da ist zu viel Gefühl in meinem Metal!“

Tja, was solls, Fallujah sind halt wahre Exoten. Sie setzen auf einen Mix aus Death-Metal und Ambient. Wer auf ausgedehnte und entspannende Klangpassagen in seiner Leibspeise aus gutturalem Gesang und harten Trommelschlägen steht, wird an Nomadic viel Freude haben. Vor allem Post-Metal-Fans sollten sich hier unbedingt mal an die härtere Gangart trauen. Leider ist bereits nach drei Tracks Schluss. Umso mehr dürstet es einen danach einmal in die restliche Diskografie der Band einzutauchen. Spoiler: Sie ist es wert.

„Wanderer upon the dead sea Nomad in this barren land. Worlds away, my heart is gone Take my desperate hand“

Engulf – Gold and Rust

Gold and Rust ist ein Shout-out an alle Brutalo-Metaller und Zweit-EP des Ein-Mann-Projektes Engulf. Gerockt wird hier im Zeichen von deftig slamigen Riffs, die von höllischen Vocals mit ordentlichen Gore-Einlagen begleitet werden. Traditionalisten und Jünger von Vorreitern des Brutal-Death-Metal, wie Suffocation und Origin, drücken ohne Umwege auf das Play-Dreieck.

„Crushed beneath clenched fists of hate Smashed The maul will obliterate MAULED All will feel my rage MAULED Beneath my tread the earth will quake“

Chugga Ritual – Belial

Metal-Fans und -Musiker finden sich in jeder Ecke der Welt. Chugga Ritual ist eine Ein-Man-Kapelle aus Singapur, welche mit ihrem Sound zurück in die gute alte Zeit blickt. Keine geleckte Produktion, gemächlich und unkompliziert. Die EP Belial ist eine Reise in die 80er, als noch Genre-Dinosaurier wie Pestilence und Asphyx, den Ton angaben. Die Macht des THRASH ist definitiv mit diesem Release. Zudem geben die authentischen Lyrics dem Ganzen ein interessantes Gewand. Show ‚Devil Horns‘ to pay respect!

„Lo, behold Mount Belial Eden’s unwanted child Lo, behold Mount Belial Sinai of the vile“

Monotheist – Genesis of Perdition

Genesis of Perdition ist ein düsteres Tech-Death-Brett, das von den Florida Men Monotheist stammt. Anfangs eingeleitet von einem melancholischen Geigenspiel, rollt die düstere Prog-Walze ab dem zweiten Track Subzero unerbittlich alles nieder, was ihr in die Quere kommt. Den aufmerksamen Hörer erwarten große Melodien und Knochen-zerbrechende Growls.

„Sold my soul to have yours in the palm of my hand I will crush your heart You will grow another I will ask for nothing Add another tally“

Blame – Dark Eyes

Make gravity blasts great again! Wenn es um Schnelligkeit geht, macht den Ukrainern von Blame keiner was vor. Ihr Sound lässt sich am treffendsten als eine Mischung zwischen Cryptopsy und Nile beschreiben. Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Für Fans von: Blast Beats und Sturmböen artigen Riffs. Funfact: Niles Ausnahme-Drummer George Kollias ist mittlerweile Mitglied der Band.

„…“

Enigma – Stars Misaligned EP

Enigma bieten mit ihrer Auslegung von technischem Death-Metal das Beste aus allen Welten. Das scharfe Kreischen und tiefe Gurgeln, welches durch das Mikrofon hallt, formt im Echo die Worte Trevor Strnad (The Black Dahlia Murder). Auch die Melodien der Gitarren haben einen skandinavisch-melodischen Touch, doch könnten ebenso gut von Necrophageists Epitaph geborgt sein. Im Hintergrund wird das Ganze von trocken abgemischten Drum-Blasts begleitet, die den Songs nicht nur Geschwindigkeit, sondern ebenso die angemessene Brachialität verleihen (Misery Index, anyone?). Letztendlich ziehen Enigma trotzdem ihr eigenes Ding durch und schaffen einen starken Mix zwischen Heldenverehrung und eigener Note. Stars Misaligned ist ihre bis dato einzige Veröffentlichung. Bummer!

„I find no difference between man and the rest of the biosphere but behold ourselves atop only due to our desire… desire to dominate!“